- Literatur von und über Rose Bertin im Katalog der DDB
Während der Französischen Revolution wurden zahlreiche ihrer adeligen Kundinnen entweder hingerichtet oder emigrierten ins Ausland. Rose Bertin schloss sich dieser Emigration an, da auch sie aufgrund ihrer engen Kontakte zur Aristokratie gefährdet war, und setzte ihre Arbeit in England fort. Mit Hilfe ihres Neffen gelang es ihr jedoch, ihren Besitz während der Revolutionszeit zu retten. 1795 kehrte sie nach Frankreich zurück und gewann auch Joséphine Beauharnais zur Kundin. An die großen Erfolge ihres Modehauses vor der Französischen Revolution konnte sie jedoch nicht mehr anknüpfen, da die Mode nun einen schlichten, kaum verzierten Stil vorschrieb, der für die aufwändige Modedekoration im Stil einer Rose Bertin keinen Raum mehr ließ.
Rose Bertin - zu diesem Zeitpunkt noch Marie-Jeanne Bertin genannt - wurde schon sehr früh in die Lehre bei einer Modistin gegeben, wo sie durch ihre große Begabung für dieses Handwerk auffiel. Schon mit 16 Jahren ging sie nach Paris, wo sie in der Modehandlung "Trait Gallant" weiterlernte. Mit ihrem eigenen Laden, den sie 1770 gründete und den sie der damaligen Mode entsprechend "Au Grand Mogol"(Zum großen Mogul) nannte, fand sie sehr schnell Kundschaft unter einflussreichen adeligen Damen. Diese führten sie bei Marie Antoinette ein, deren Hoflieferantin sie 1772 wurde. Ab dem Jahr 1774, nachdem Marie Antoinette zur französischen Königin gekrönt war, stellte Rose Bertin zweimal wöchentlich ihre neuesten Kreationen der jungen Königin vor und konferierte dabei gelegentlich über Stunden mit ihrer adeligen Kundin. Der ver und mehr. Madame Du Barry zahlte für ihre bei Rose Bertin erworbenen Hüte zwischen 25 und 120 Livres. Der Tageslohn eines gelernten Arbeiters lag bei ca. 2,5 Livres. Ihre hohen Preise begründete Rose Bertin mit ihrem künstlerischen Anspruch.
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